
Die gängige Auffassung ist, dass Berater die teure Lösung sind. Für viele Unternehmen sind sie deshalb auch selten die erste Wahl. Das möchten wir gern etwas differenzieren.
Eine Kostenanalyse
Ein Berater für 850 DKK pro Stunde. Ein Festangestellter für 60.000 DKK im Monat. Auf den ersten Blick kostet der Berater fast das Doppelte. Schaut man sich die Zahlen jedoch genauer an, sieht das Bild etwas anders aus – auch wenn der Berater weiterhin die teurere Lösung bleibt, solange wir nur die reinen Geldbeträge vergleichen.
Wir haben berechnet, was es kostet, eine Rolle ein Jahr lang mit jedem der beiden Modelle zu besetzen. Als Beispiel dient ein Financial Controller mit fünf Jahren Erfahrung, und wir haben versucht, alle Kosten zu berücksichtigen: die auf der Gehaltsabrechnung und die, die sich im laufenden Betrieb verstecken.

Was kostet ein festangestellter Mitarbeiter im ersten Jahr?
Das Gehalt ist der größte Posten, aber bei Weitem nicht der einzige. Altersvorsorge, Urlaubsgeld und gesetzliche Abgaben kommen zum Bruttogehalt hinzu. Und dann folgen die Betriebskosten, die beim Vergleich mit einem Berater selten berücksichtigt werden.
- Bruttogehalt (12 Monate): 720.000 DKK
- Altersvorsorge, Arbeitgeberanteil (10 %): 72.000 DKK
- Urlaubsgeld (12,5 %): 90.000 DKK
- ATP und weitere gesetzliche Abgaben (AES/AER/FIB): 12.048 DKK
- Krankheitsausfall (8,5 Tage): 27.818 DKK
- Elternzeitrisiko (5 %, 24 Wochen): 8.263 DKK
- Arbeitsplatz und IT: 35.000 DKK
- Kurse, Zertifizierungen und Events: 30.000 DKK
- Recruiting: 150.000 DKK
- Onboarding und Einarbeitung: 40.000 DKK
- Produktivitätsverlust im ersten Jahr (20 %): 144.000 DKK
Gesamt: 1.329.129 DKK
Vor allem die letzten drei Posten werden oft vergessen. Recruiting, Onboarding und Produktivitätsverlust summieren sich auf 334.000 DKK. Der Produktivitätsverlust spiegelt wider, dass neue Mitarbeitende erst die Organisation, die Systeme, die Kunden, die Wettbewerber und die Arbeit selbst kennenlernen müssen, bevor sie ihre volle Leistung erbringen – das lässt sich schwer exakt beziffern, aber es ist eine weit verbreitete Annahme, dass neue Mitarbeitende erst nach 6–9 Monaten ihren vollen Wert liefern. Daher sind 20 % in manchen Fällen vielleicht eher niedrig angesetzt.
Was kostet ein Interim-Berater pro Stunde, wenn alles eingerechnet ist?
Beim Berater ist das Bild einfacher. Das Honorar macht den Großteil aus, der Rest ist Verwaltungsaufwand rund um die Vereinbarung. Wir haben mit 1.600 abrechenbaren Stunden pro Jahr gerechnet.
- Beraterhonorar (850 DKK/Std. × 1.600 Std.): 1.360.000 DKK
- Agentur- oder Vermittlungsgebühr (15 %): 204.000 DKK
- Interne Koordination (7 Std./Monat à 450 DKK): 37.800 DKK
- Rechtliches und Vertragsverwaltung: 10.000 DKK
- Arbeitsplatz und IT: 15.000 DKK
Gesamt: 1.626.800 DKK
Das ergibt einen effektiven Stundensatz von 1.017 DKK, also rund 20 % mehr als der Stundensatz des Beraters. Vor allem die interne Koordination wird leicht übersehen. Denn jemand in der Organisation muss weiterhin Aufgaben abstimmen, nachfassen und den Berater auf dem Laufenden halten.
Der Unterschied ist kleiner, als der Stundensatz vermuten lässt
Vergleicht man Honorar mit Gehalt, kostet der Berater 89 % mehr. Vergleicht man die Gesamtkosten, beträgt der Unterschied knapp 300.000 DKK oder 22 %.
Das ist immer noch Geld – viel Geld. Aber es ist eine andere Entscheidungsgrundlage als die, die man erhält, wenn man den Stundensatz der Gehaltsabrechnung gegenüberstellt.
Die Rechnung gilt allerdings nur für das erste Jahr. Im zweiten Jahr entfallen die einmaligen Kosten für Recruiting, Onboarding und Produktivitätsverlust. Der Festangestellte liegt dann bei ca. 1,0 Mio. DKK, während der Unterschied auf rund 630.000 DKK wächst.
Was die Zahlen nicht erfassen
Manche Risiken beim Einsatz von Beratern lassen sich nicht beziffern, gehören aber dennoch in die Bewertung.
Scope Creep. Eine unklare Aufgabenbeschreibung oder ein Projekt, das unterwegs wächst, kann zu unerwarteten Rechnungen oder unerledigten Aufgaben führen. Je klarer die Vereinbarung von Anfang an ist, desto geringer ist das Risiko.
Kultureller und fachlicher Fit. Passt der Berater nicht, ist es schneller und günstiger, einen neuen zu finden, als einen Festangestellten zu ersetzen. Ein Wechsel mitten in einem Auftrag kostet aber dennoch Momentum.
Wissensaufbau. Ein Festangestellter baut Wissen auf, das in der Organisation bleibt. Bei einem Berater geht viel davon verloren, wenn die Vereinbarung ausläuft, es sei denn, es gibt einen Plan für die Übergabe.
Interim oder Festanstellung: Wann wählen Sie was?
Die Analyse zeigt zwei Faktoren, die die Wahl bestimmen: Zeithorizont und Risikobereitschaft.
Wählen Sie einen Berater, wenn Sie unsicher sind, ob der Bedarf über ein Jahr hinausgeht. Hier punktet der Berater mit Flexibilität und liegt preislich nicht weit vom Festangestellten entfernt. Das gilt z. B. für ein Projekt mit Enddatum, eine Lücke, die während einer Rekrutierung überbrückt werden muss, oder eine Phase, in der sich die Organisation im Wandel befindet.
Wählen Sie eine Festanstellung, wenn Sie wissen, dass der Bedarf langfristig ist. Dann punktet der Festangestellte bei Gesamtkosten und Kultur, und das aufgebaute Wissen bleibt im Haus.
So haben wir gerechnet
Die Berechnung umfasst ein Jahr für einen Financial Controller mit fünf Jahren Erfahrung. Sie geht davon aus, dass im ersten Jahr einer Anstellung zusätzliche Kosten anfallen, die in den Folgejahren nicht wiederkehren.
Disclaimer: Die Zahlen sind theoretisch und damit keine Berechnung auf Basis eines realen Beispiels. Manche Zahlen sind möglicherweise höher oder niedriger, als sie in der Realität wären, oder es handelt sich um Variablen, die vom jeweiligen Kandidaten, Unternehmen, Personalvermittler o. Ä. abhängen.
Quellen
- Gehaltsstatistik: Djøf, Financial Controller mit 5 Jahren Erfahrung
- Altersvorsorge, Urlaubsgeld und Overhead: HK, Dansk Erhverv, DA 2024
- Elternzeit: DA Barsel, Erstattungsobergrenze 250,16 DKK/Std. (2025)
- Krankheitsausfall: Dansk Arbejdsgiverforening 2025
- Vertragsmanagement: World Commerce & Contracting
- Produktivitätsverlust: Talents Unlimited
Haben Sie eine Rolle zu besetzen, bei der Sie nicht wissen, ob der Bedarf vorübergehend oder dauerhaft ist? Spitze unterstützt Sie sowohl beim Recruiting als auch mit Interim-Lösungen, und wir besprechen gern mit Ihnen, was in Ihrer Situation sinnvoll ist.


